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Informationsveranstaltung in Lutherstadt Wittenberg

Der GfbV-Nahostreferent, Dr. Kamal Sido, wird am 27. September 2011 über das Thema "Kurden im Nahen Osten – Ein Volk kämpft für seine Rechte" in Lutherstadt Wittenberg (06886) informieren. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr. In seinem Vortrag wird der Referent die aktuelle Situation der Kurden in der Türkei, im Iran, in Syrien aber auch im Irak schildern. Anschließend erhalten die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder mit eigenen Beiträgen die Diskussion bereichern.

Die Kurden kämpfen bis heute in der Türkei, im Iran und in Syrien für ihre Anerkennung als ethnische Minderheiten und damit das Recht ohne Diskriminierung ihre Sprache sprechen und Kultur leben zu dürfen. Lediglich im Irak können die Kurden aufgrund des autonomen Status der Region Irakisch-Kurdistans nach dem Einmarsch der US-Truppen 2003 ohne Furcht vor Unterdrückung leben.

Hintergrund

In der Türkei, in der über 15 Millionen Kurden leben, führte die Unterdrückung der ethnischen Minderheit 1984, dem Verbot ihrer Muttersprache und die Verweigerung einer eigenen politischen Vertretung, zu einem blutigen Bürgerkrieg zwischen der türkischen Armee und der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Dieser Krieg hat bisher auf beiden Seiten über 45.000 Menschenleben gekostet. Mehr als 3,5 Millionen Kurden wurden aus ihren Dörfern vertrieben und leben nun als Vertriebene im eigenen Land. Immer noch werden mindestens 7.000 Kurden unter unmenschlichen Bedingungen in Gefängnissen festgehalten.

Im Iran sind Menschenrechte, Demokratie und eine regionale Autonomie das erklärte Ziel der Kurden. Doch diese Forderung der Kurden nach Freiheit und ihren legitimen Rechten werden von der iranischen Regierung als Separatismus oder als vom Ausland gesteuerte Verschwörung bezeichnet und auf das Schärfste bekämpft. So hatte bereits Ayatollah Khomeini unmittelbar nach seiner Machtergreifung 1979 einen "heiligen Krieg" gegen die Kurden ausgerufen.

In Syrien zählt die kurdische Bevölkerung mindestens zwei Millionen Menschen. In drei Regionen an der Grenze zur Türkei stellt sie die Mehrheit der Bevölkerung. Auch hier wird die ethnische Minderheit seit Jahrzehnten politisch und kulturell unterdrückt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Annette Steinkopf
Integrationskoordinatorin
Landkreis Wittenberg
Tel.: 03491/ 479 705

oder Dr. Kamal Sido, GfbV-Nahostreferent, Tel.: 0551 499 06 18

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