Bati dünyasi, TC ve biz Kürtler...
· vor 13 Jahren
Rêvebir_E · 04.07.2010 · 2 Aufrufe
In Deutschland leben ca. 700.000-800.000 Menschen, die aus Kurdistan stammen. Sie sind die zweitgrößte Ausländergruppe in der Bundesrepublik. In Kurdistan leben ungefähr 35 Millionen Kurden in einem Siedlungsgebiet von rund 520.000 Quadratkilometer ohne einen eigenen Staat oder völkerrechtlich anerkannten Status. Sachliche Informationen über die Situation in ihrer Heimat, die geprägt ist durch politische Verfolgung, kulturelle Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen, sind nur im geringen Maße vorhanden. Dies liegt zum einem daran, daß in den Herkunftsländern Irak, Iran, Syrien und Türkei die Pflege der kurdischen Kultur und Sprache größtenteils unter Strafe gestellt ist. Andererseits wird auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung tabuisiert. Auch in Deutschland existiert keine wissenschaftliche Einrichtung, die sich schwerpunktmäßig mit der Thematik auseinandersetzt. An Hochschulen gibt es keine eigenständige Fachrichtung Kurdologie.
Die deutsche Öffentlichkeit wurde 1988 durch den Giftgasangriff des irakischen Militärs auf die Stadt Halabja auf die Situation des kurdischen Volkes aufmerksam. Drei Jahre später richtete sich das öffentliche Augenmerk wiederum auf Kurdistan, als Saddam Hussein im Anschluß an den zweiten Golfkrieg mit brutaler Gewalt den Volksaufstand in Südkurdistan niederschlug.
Die Idee zur Gründung von NAVEND - Kurdisches Informations- und Dokumentationszentrum e.V. entstand aus dem Interesse der deutschen Öffentlichkeit, den Wissensstand über Kurden und kurdische Migranten zu erweitern. In Bonn trafen KurdInnen aus allen vier Teilen Kurdistans mit Deutschen zusammen, um eine Einrichtung zu schaffen, die der Anwesenheit einer großen kurdischen Minderheit Rechnung trägt und die Bearbeitung gemeinsamer Probleme ermöglicht. Der Verein leistet seinen Beitrag zu einem konfliktfreien Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig bestand die Absicht, die Diskussion über politische Lösungsansätze der kurdischen Frage und Kooperationsmöglichkeiten anzuregen.
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